What about the EURO - collector-editions ?
 

Tobias Hildebrandt (Jena) found an answer

 

KEINE GEMEINSAMKEIT BEI EURO-SAMMLERMÜNZEN

Über die Gültigkeit der künftigen "Euro-Sammlermünzen" sind jetzt Entscheidungen getroffen worden. Die Finanzminister der Euro-Staaten, der Ecofin-Rat, legte nach einem Vorschlag des Komitees für Geldwesen am 23. November 1998 fest, daß diese Gedenk- und Barren (Bullion)-Münzen nur im jeweiligen Ausgabeland gelten sollen. Damit hat sich die britische, österreichische und französische Meinung gegen die deutsche Auffassung durchgesetzt, die sich auch mit der Forderung von Münzhändlerverbänden und Sammlervereinigungen nach Gültigkeit der Sammlermünzen in allen Mitgliedstaaten deckt. Zwar tritt das Komitee für Geldwesen dafür ein, daß die Kulturwerte und regionale Überlieferungen ausdrückende Emission von Sammlermünzen "blühen" möge, doch soll das außerhalb des normalen Geldumlaufs und nur im Ausgabeland passieren. Dafür sollen jetzt auf nationaler Ebene Rechtsgrundlagen geschaffen und Vorbereitungen getroffen werden. Die Sammlermünzen sollen sich deutlich von den für den normalen Geldumlauf bestimmten Geldstücken unterscheiden, heißt es in dem Beschluß, und nur die Zentralbanken sollen sie zu ihrem - fiktiven - Nominalwert zurücknehmen können. Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, sich über Unterscheidungsmerkmale zu verständigen und der Europäischen Zentralbank (EZB) entsprechende Vorschläge zur Genehmigung zu unterbreiten. Sammlermünzen, die auf Euro und auf eine nationale Währung lauten, sollen in der Übergangsperiode, die am 31. 12. 2001 endet, nicht mehr hergestellt werden, dagegen gibt es gegen nationale Gedenkmünzen ohne Euro-Angabe keine Einwände. Die von einigen Staaten vorschnell emittierten Euro-Ausgaben sollen zum 1. 1. 1999 eingestellt werden. Außerdem wird vorgeschlagen, die Herstellung von Gedenkmünzen, die für den Umlauf bestimmt sind, in den ersten Jahren der neuen Euro-Periode auszusetzen. Die Vorschläge finden beim Verband der deutschen Münzhändler wenig Verständnis. Der Verbandspräsident Dr. Hubert Lanz spricht von einer Fehlentscheidung und betont, nach dem Beschluß gebe es künftig Euro-Münzen unterschiedlicher Qualität, nämlich solche, die in den Mitgliedsländern ausgegeben und überall verwendet werden können, und solche, die nur begrenzte Umlauffähigkeit besitzen und damit nur eine geringe Verbreitung haben. Würde man das zulassen, vergäben sich die Regierungen einer guten Chance, auch mit numismatischen Mitteln zur europäischen Einigung beizutragen, meint Lanz. "Wenn die neuen Euro-Gedenkmünzen nur national als Zahlungsmittel gelten, werden sie sich schlecht verkaufen lassen. Ich glaube, daß sich unter diesen Umständen kein breiter Sammlermarkt entwickeln wird, zumal die neue Rechtslage die Herausgabe von Pseudomünzen fördert." Es sei zu befürchten, daß sich die Gedenkmünzen in den Köpfen der Menschen zu einem "Geld zweiter Klasse" entwickeln und damit die länderverbindenden Intentionen der Ausgaben verpuffen. Bei den Finanzministern herrsche Begriffsverwirrung, denn im Gegensatz zu dem jetzigen Beschluß, der Barrenmünzen (Bullion) zu den Sammlermünzen zählt, seien diese in der "Richtlinie vom 12. Oktober 1998 für die umsatzsteuerliche Sonderreglung für Anlagegold" noch als Anlagemünzen bezeichnet worden.

© Münzen & Papiergeld (02/1999)

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